Майдан / Статті Карта Майдану

додано: 05-12-2004
Штутгарт: Німецька преса про демонстрації.

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1 грудня у німецькому місті Штутгарті відбулася демонстрація на
підтримку
демократії в Україні.

До більше ніж 100 учасників, не зважаючи на несподіваний дощ,
приєдналась велика кількість місцевих жителів. Демонстрація викликала
великий інтерес серед мешканців міста та відгук у засобах масової
інформації: обидві головні газети міста "Штуттгартер Цайтунг" та
"Штуттгартер Нахріхтен" помістили наступного ж дня великі статті з
фотографіями.
На державному радіоканалі "SWR" було зроблено репортажі про цю подію.
Крім численних виступів учасників мітингу зачитувався лист-резолюція на
ім'я федерального канцлера Шрьодера, який пізніше було підписано
учасниками демонстрації.

Докладаємо копії газетних повідомлень.

Ваші українці зі Штутгарта.

Protest in Orange
"Mein Herz ist in Kiew"

Unter den rund hundert ukrainischen Demonstranten, die sich für einen Machtwechsel in ihrem Heimatland ausgesprochen haben, ist auch der Schauspieler und Regisseur Andrej Kritenko (41) gewesen. Susanne Janssen hat ihn gefragt, wie es ihm zurzeit in Stuttgart geht.

Wären Sie jetzt am liebsten auch auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew?

Natürlich, meine Gedanken und mein Herz sind bei meiner Mutter, meinem Bruder und seinen Kindern, die für Demokratie und Freiheit demonstrieren. Ich habe vorhin mit meinem Bruder telefoniert, dort hörte man die gleichen Parolen wie hier. Ich würde gerne dort sein, aber ich kann nicht nach Kiew, ich habe heute im Theaterhaus eine Vorstellung.

Welche Rolle werden Sie spielen?

Ich spiele Bogdan, einen Ukrainer, der illegal in Deutschland in einer Pizzeria arbeitet.

Konnten Sie an der Wahl teilnehmen?

Wir sind mit einigen Ukrainern, die hier in Stuttgart leben, zum Wählen ins Generalkonsulat nach München gefahren. Und ich glaube, unsere Stimmen sind auch angekommen. Denn die Stimmen im Ausland zu fälschen ist nicht so einfach wie in den östlichen Gebieten der Ukraine.

Haben Sie auch persönlich von dem Wahlbetrug erfahren?

Das hat sich sofort durch Internet und Telefon verbreitet. Aber bei 104 Prozent Wahlbeteiligung - da muss doch eine Fälschung vorliegen. Wir hoffen, dass die friedlichen Proteste Erfolg haben, und wir unterstützen das von Stuttgart aus. Deshalb ist auch unsere Kundgebung hier sehr wichtig.

Könnten Sie sich vorstellen, wieder nach Kiew zurückzukehren, wenn Juschtschenko Präsident wird?

Ich lebe jetzt seit zehn Jahren in Stuttgart und fühle mich hier sehr wohl - aber ich will eine Rückkehr nicht ausschließen.

Stuttgarter Zeitung, 02.12.2004


Ukrainer zeigen Solidarität

Kundgebung für Demokratie

Mit Plakaten und Ansprachen haben am Mittwoch mehr als 100 Ukrainer ihre Solidarität mit der Oppositionsbewegung im Heimatland bekräftigt. "Eine neue und freie Präsidentenwahl muss unterstützt werden", forderten die Teilnehmer an der Ecke Kronprinz-/Büchsenstraße in der City.

VON HILMAR PFISTER

Nataliya Oleksjuk hält einen Strauß orangefarbener Rosen in den Händen und protestiert. "Wir lassen uns nicht unterkriegen!", skandiert die Studentin und stampft mit dem rechten Fuß auf die Betonplatten. Mehr als hundert in orange gekleidete Landsleute stimmen in die Parole ein, der wütende Chor schallt durch die Kronprinz- und Büchsenstraße. Orange steht für die Oppositionsbewegung im Heimatland - so wie bei den Massenprotesten in der Ukraine, die sich gegen die von Fälschungsvorwürfen überschattete Präsidentenwahl wenden.

Veranstaltet haben die Kundgebung die Ukrainische Gemeinde sowie ukrainische Studenten der Universitäten Stuttgart und Hohenheim. Doch auch nicht-ukrainische Gäste sind gekommen, um die Reformbewegung zu unterstützen. "Wir wollen eine friedliche Revolution in der Ukraine erreichen", sagt Pfarrer Roman Wruszczak und klingt dabei ziemlich entschlossen. Man sei seit Beginn der Protestkundgebungen in ständigem E-Mail- und Telefonkontakt zu Landsleuten in der Ukraine. "Wir müssen sie in dieser Situation jetzt unterstützen", sagt Pfarrer Wruszczak.

"Ich habe in den vergangenen zehn Tagen nicht mehr richtig schlafen können", erzählt Andrej Kritenko, der sich ein orangenes Fähnchen ans Revers geheftet hat. Nebenan wird ein Plakat in die Höhe gehoben: "Unsere Ziele sind Freiheit und Demokratie in der Ukraine", steht darauf.

Etwa die Hälfte der Protestteilnehmer sind ukrainische Studenten der Universitäten Stuttgart, Hohenheim und Tübingen. Andrij Bak, der Germanistik und Italianistik studiert, liest einen offenen Brief an Bundeskanzler Gerhard Schröder vor und will damit die Entschlossenheit der Protestkundgebung verdeutlichen. "Wir hoffen, dass auch Sie, Herr Bundeskanzler, in dieser wichtigen Zeit des Umbruchs und der Entscheidung Solidarität mit der Ukraine zeigen", heißt es darin.

Stuttgarter Nachrichten Aktualisiert: 02.12.2004, 06:16 Uhr

"Juschtschenko, Juschtschenko"-Rufe in Stuttgart

Ukrainer demonstrieren für Demokratie und Freiheit - Rund hundert Teilnehmer bei Kundgebung in der Innenstadt

Ukrainische Staatsbürger, die in der Region leben, sind gestern in der Innenstadt auf die Straße gegangen. Sie fordern nach den manipulierten Wahlen in ihrer Heimat, dass Oppositionsführer Viktor Juschtschenko doch noch Präsident wird.

Von Susanne Janssen

Die Ecke Kronprinz-/Büchsenstraße war gestern Nachmittag mit orangenen Farbtupfern koloriert: Orangene Transparente, Fähnchen, Stirnbänder bildeten einen Kontrast zu dem weihnachtlichen Tannengrün und dem Glittergold, mit dem die Innenstadt schon dekoriert ist. "Die Freiheit ist nicht zu stoppen", steht auf einem Transparent. "Wir sind viele, und man kann uns nicht bekämpfen", haben andere Ukrainer auf eine orangene Stoffbahn geschrieben. Rund hundert Teilnehmer sind zu der Kundgebung gekommen, viele davon Studenten. Auch Kommilitonen aus anderen Ländern und Deutsche stellen sich aus Solidarität in dem kalten Winterregen dazu - und rufen zusammen sogar "Wir sind ein Volk".

Das Motiv ist klar: Wie ihre Landsleute auf dem Platz der Unabhängigkeit in Kiew protestieren auch die Ukrainer in Stuttgart gegen den Wahlbetrug. Das tun sie zunächst mit einem Gebet: Ein Priester der ukrainischen Gemeinde stimmt ein Lied an, anschließend betet er für sein Vaterland. Die ukrainische Gemeinde in Stuttgart hat rund 1500 Mitglieder. Noch immer kommen Menschen mit orangefarbenen Abzeichen hinzu: "Juschtschenko, Juschtschenko", rufen die Demonstranten und schwenken die Bilder des ukrainischen Oppositionsführers.

"Wir hoffen, dass es einen Ausweg ohne Blutvergießen gibt", sagt ein Student. Er habe zwar damit gerechnet, dass die Wahlen nicht ohne Probleme ablaufen, aber Fälschungen in diesem Ausmaß habe keiner erwartet. Froh sind alle über die Unterstützung der Europäischen Union - so könne vielleicht eine Spaltung des Landes vermieden werden.

Alina Irosowa ist erst seit drei Monaten in Deutschland, sie studiert Druck- und Medientechnik und macht ein Austauschsemester in Stuttgart: "Alle meine Freunde sind seit einer Woche in Kiew auf dem Platz und demonstrieren", sagt sie. Die Studentin bedauert, dass sie selbst nicht dort sein kann: "Deshalb will ich zumindest hier an Demonstrationen teilnehmen." Doch sie gewinnt der Krise auch etwas Positives ab: "Wir Ukrainer sind uns alle einig - für Juschtschenko."

Ihr Freund ist noch ganz geschockt über die Infos, die er über das Internet von einem Freund bekam: "Der hat gesehen, dass alle Wahlpapiere von den Leuten, die für Juschtschenko abgestimmt haben, sofort verbrannt wurden." Doch die Leute wollen unbedingt freie Wahlen: "Früher, als alles nur eine Farce war, sind die Ukrainer nicht gerne zur Wahl gegangen, aber jetzt merken alle, wie wichtig das ist", sagt Alina Irosowa.

Auch aus Tübingen sind einige ukrainische Studenten gekommen. Zusammen mit den Stuttgartern haben sie eine Erklärung verfasst, die sie an Bundeskanzler Gerhard Schröder weiterleiten wollen. Darin bitten sie ihn, die ukrainische Demokratie zu unterstützen. "Nur wenn die westlichen Staaten eine neue und freie Präsidentenwahl unterstützen, können der friedliche Widerstand und die demokratischen Veränderungen erfolgreich sein", heißt es da. So hoffen alle, dass der oberste ukrainische Gerichtshof den Weg für Neuwahlen frei macht: "Aber dieses Mal nur mit internationalen Wahlbeobachtern", fordern die Ukrainer.

Stuttgarter Zeitung, 02.12.2004

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